Zur aktuellen Situation – erhellende Worte von Gerald Hüther

Ich erlebe die aktuelle Situation so wie Gerald Hüther es beschreibt:

„…Noch nie habe ich so viel Angst und Verunsicherung und so massive, zur Bewältigung dieser Angst eingesetzte Anklagen und Schuldzuweisungen erlebt, so viel Verzweiflung und Wut, so viel Erschöpfung und Resignation auf allen Ebenen und in allen Bereich unserer Gesellschaft. Mauern und Gräben sind zwischen den Menschen entstanden, die sogar Familien und Freundschaften spalten. …“

“ Es hat schon bisher mit dem inneren Zusammenhalt nicht so recht funktioniert, und jetzt, wo der Notstand herrscht, und die Menschen verängstigt sind, suchen sie nach Lösungen. Manche greifen an, manche ziehen sich zurück, manche geraten in ohnmächtige Erstarrung. Dabei identifizieren sie sich mit ihren jeweiligen Überzeugungen, die sie zur Abwehr ihrer Ängste gefunden haben. Wer diese Überzeugungen nicht teilt, wird als Bedrohung empfunden. Um sich in seiner jeweiligen Position zu stärken, wird nach Gleichgesinnten gesucht. So entstehen Fronten zwischen einander bekämpfenden, abwertenden, ausgrenzenden, diffamierenden Menschen.

Nichts wünsche ich mir mehr, als dass wir möglichst bald wieder einen Weg finden, der  diese Verhaltensweisen steuernden archaischen Notfallprogramme im Gehirn wieder außer Kraft setzt. Dieser Weg hat nichts mit der Virusbekämpfung zu tun, es wäre vielmehr ein Weg der uns zurückführt zu uns selbst, zu dem, was unsere Lebendigkeit, unsere Berührbarkeit, unsere Offenheit  – und mit all dem  auch unsere Verletzbarkeit ausmacht….“

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